SCU I: Schneider-Show und Joker-Tore bei verrücktem Auswärtssieg!

Geschrieben von SW am . Veröffentlicht in Spielberichte 1. Mannschaft

Montag 16.05.16, 27. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2

SV Wachtberg - SC Uckerath 4:5 (1:2)

Aufstellung:

Milicki - Gerzen, Kir, Doktorczyk, Weiss - Weber, Eryigit, Xanthopoulos (84. Genc), Krethen (71. Müllerke), Bogdanow - Schneider (90+3. Kossack)

Tore:
0:1 Schneider (14.), 1:1 (17.), 1:2 Schneider (38.), 2:2 (52.), 3:2 (56.), 3:3 Schneider (68.), 3:4 Müllerke (76.), 4:4 (83., Foulelfmeter), 4:5 Genc (90+5) 

Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Gerzen (83.), Rote Karte für Weiss (90+5)

Nach dem wichtigen Heimsieg vergangene Woche und dem damit verbundenen "gefühlten" Klassenerhalt, konnte man heute mit einem weiteren Dreier den Klassenerhalt nicht nur rechnerisch klar machen, sondern auch zum sogenannten "Best of the rest" hinter den beiden designierten Aufsteigern stoßen. Personell gab es zur Vorwoche eine Änderung. Mike Doktorczyk rückte als Innenverteidiger für Kevin Müllerke in die Startelf, Andreas Bogdanow schob auf die Außenbahn. Schon von Beginn an zeigte sich, dass mit dem SV Wachtberg heute eine ganz harte Nuss zu knacken war. Nicht zu unrecht feierten die Gastgeber zuletzt vier Siege in Folge und grüßten nun von Platz 4. Der SVW kombinierte teilweise stark, zeigte die etwas bessere Spielanlage als der SCU und ließ diese ordentlich ins Schwitzen kommen. Doch auch der SC Uckerath präsentierte sich heute spielerisch gut und hatte sogar zunächst die besseren Torchancen trotz geringerem Ballbesitz. Nach herrlicher Kombination war Sascha Weber frei vorm Keeper, doch der Ball war einen Tick zu weit vorgelegt, sodass der Wachtberger Schlussmann noch parieren konnte. Wenig später dann aber doch das Tor. Ein Wachtberger spielte einen katastrophalen Fehlpass genau in den Fuß von Tommy Schneider, der das Leder eiskalt in die lange Ecke setzte. Wachtberg aber kam prompt zurück. Nachdem sich ein Spieler des SVW auf Außen gegen 2 Mann durchsetzte, bediente er seinen Mitspieler im Rückraum, welcher das Leder in den Winkel schlenzte. Direkt nach dem Ausgleich wieder der SCU. Nach toller Kombination kam Hasan Eryigit frei zum Schuss, doch der Keeper lenkte das Leder an den Pfosten. Die Partie wogte nun hin und her, die Zuschauer bekamen heute alles geboten. Erst ging ein Wachtberger Schuss knapp am Tor vorbei, doch dann ging kurz darauf wieder der SCU in Führung. Tommy Schneiders ganz großer Auftritt. Auf einem Bierdeckel vernaschte er gleich zwei Gegenspieler, spielte den Doppelpass mit Andreas Bogdanow und legte das Spielgerät anschließend fast vom Straufraumeck in die lange obere Ecke. Wahnsinnstor!!! So ging es mit einer Führung in die Pause, auch weil Fabio Milicki kurz zuvor noch eine ganz starke Parade zeigte.

Wer dachte diese packende erste Hälfte könnte nicht getoppt werden, sollte sich sehr täuschen. Wachtberg kam nun noch drückender aus der Kabine, doch die erste Gelegenheit hatte der SCU. Nach Pass von Andreas Bogdanow war Chris Xanthopoulos frei vorm Keeper, doch dessen Heber ging knapp am Tor vorbei. Fast direkt im Anschluss setzte ein Wachtberger einen Freistoß in die Maschen und glich abermals für den SVW aus. Keine fünf Minuten später musste Milicki mit einer starken Parade das 2:2 sichern, doch direkt bei der anschließenden Ecke war es dann doch geschehen. Der Wachtberger köpfte unbedrängt ein und brachte erstmals sein Team in Front. Der SCU schien nun am Ende, doch dann war es erneut ein unglaublicher Fehlpass in deren Hintermannschaft, der Tommy Schneider allein aufs Tor zulaufen ließ und das 3:3 einläutete. Wachtberg wollte wieder antworten, doch Fabio Milicki fischte einen stark getretenen Freistoß aus der oberen Ecke. Wenig später schickte Hasan Eryigit den gerade erst eingewechselten Kevin Müllerke auf die Reise, welcher vorm Keeper die Nerven behielt und die Partie wieder für den SCU drehte. Als wäre die Partie nun nicht schon turbulent genug gewesen, mischte in der Schlussphase auch das Schiedsrichtergespann mit. Nach einer strammen Hereingabe in den Uckerather Sechzehner ging ein Wachtberger Verteidiger im Kampf um den Ball zu Boden, der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Doch als der Assistent an der Linie sich vehement bemerkbar machte und ein Foul gesehen haben wollte, zeigte der Schiedsrichter doch auf den Punkt. Absolut unverständlich. Weder der Schiedsrichter noch Spieler oder Zuschauer hatten hier ein Foul gesehen, was der Mann an der Linie gesehen haben wollte. Die Emotionen kochten nun richtig hoch. Der bereits verwarnte Alex Gerzen geriet mit dem Assistenten nun verbal aneinander und erhielt daraufhin die Ampelkarte. Da Alex Gerzen auch anschließend nicht zu beruhigen war, wird es sicherlich eine Sperre geben, die über ein Spiel hinaus geht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Wachtberg souverän und wollte nun in den letzten Minuten auch den Sieg. Da aber der Assistent an der Linie unter anderem auch durch weitere Provokationen gegenüber der Seitenlinie zusätzliches Feuer reinbrachte, wurden diese Schlussminuten lang und länger. Es lief schon die 94. Spielminute als Egemen Genc nach starkem Dribbling am Sechzehner zu Fall gebracht worden war. Doch der Schiedsrichter wollte hier nichts gesehen haben und so rollte plötzlich ein Konter der Wachteberger auf das SCU-Gehäuse zu, welchen der Kapitän der Gäste aus fünf Metern knapp am Tor vorbeischoss. Dramatik pur! Milicki jagte den Abstoß nochmal nach vorne, wo die eingewechselten Kossack und Genc das Leder eigentlich in Unterzahl zum 4:4 über die Zeit retten sollten. Doch stattdessen sah Sebastian Kossack die Lücke und schickte Egemen Genc auf die Reise, der mit dem Schusspfiff in der 95. Minute das Leder zum hochumjubelten Siegtreffer in die Maschen setzte. Absoluter Wahnsinn!!! Mit dem Schlusspfiff kassierte Eduard Weiss noch die Rote Karte, weil er dem Schiedsrichter ein "gutes Spiel" attestierte. Selbst wenn man hier sicherlich Ironie unterstellen konnte, ist eine Rote Karte in dieser Szene völlig überzogen. Da fallen jede Woche in einem Spiel ganz andere Sätze, wo nicht mal Gelb gezeigt wird. Am Sieg änderte dies natürlich nichts mehr. Und so feierte man mit dem dritten Dreier in Folge nun auch rechnerisch den Klassenerhalt und liegt jetzt sogar nur noch einen Punkt hinter Platz 4 und vier Punkte hinter Platz 3. Weiter klettern kann man nächste Woche beim Tabellennachbarn Merl. Allerdings wird man dann personell aus dem letzten Loch pfeifen.