SCU I: Alte Standardschwäche und Chancenwucher!

Geschrieben von SW am . Veröffentlicht in Spielberichte 1. Mannschaft

Sonntag 30.10.2016, 11. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2

SV Beuel 06 - SC Uckerath 4:2 (3:1)

Aufstellung:

Sehl - Hilden, Altenfeld (42. Kossack), Gashi - Doktorczyk (46. Eryigit), Eck, Weber, Kir, Weiss - Reitz (21. Xanthopoulos), Sulejmani

Tore:
1:0 Junglas (16.), 1:1 Sulejmani (23.), 2:1 Defang (34.), 3:1 Mardani (38.), 4:1 Defang (53.), 4:2 Eryigit (55.)

Bes. Vorkommnis: Sehl hält Foulelfmeter von Mardani (38.)

Nach dem Debakel in der vergangenen Woche reiste man nun zum Kellerduell nach Beuel. Verlieren also verboten! Personell wurde dabei ordentlich gewechselt. Im Tor ersetzte Jochen Sehl Fabio Milicki. Ebenfalls neu in der Startelf waren Andreas Hilden, Luis Eck, Marvin Reitz und nach langer Verletzungspause auch wieder Mike Doktorczyk. Auf dem kleinen Beuler Kunstrasenplatz legte der Gastgeber zunächst los wie die Feuerwehr, machte ordentlich Druck und der SCU hatte zunächst große Schwierigkeiten Ballbesitz aufzubauen. In dieser frühen Druckphase sorgte dann auch ein Beueler Schuss an den Querbalken für eine Uckerather Schrecksekunde. Wenig später aber glich man dann diese Aluminium Statistik wieder aus, als nach schöner Vorarbeit von Gentrit Sulejmani Luis Eck an der Latte scheiterte. Doch auch wenn man nun auch erste Offensivaktionen verzeichnen konnten, waren es schließlich die Gastgeber, die in Führung gingen. Und wie so oft sollte es mal wieder eine Standardsituation sein, bei der man ins Hintertreffen geriet. Nach einer Ecke köpfte ein Beueler zum 1:0 ein. Doch Uckerath hatte die passende Antwort parat. Einen langen Ball leitete Chris Xanthopoulos auf Gentrit Sulejmani weiter, der auf und davon war und das Leder am Keeper vorbei zum Ausgleich schob. Der angeschlagene Kapitän Xanthopoulos war gerade erst in die Parte gekommen für Toptorjäger Marvin Reitz, der gleich mehrfach harte Fouls auf seinen Knöchel einstecken musste und für den es dann schließlich nicht mehr weiter ging. Aber auch dieser Ausgleich währte nicht lange. Bei Ecken waren die Gastgeber stets gefährlich und gingen dann auch wieder per Kopf nach einer solchen in Führung. Es war zum verzweifeln wie einfach man Gegentore bekommt, erst Recht nach Standards. Beinahe hätte man wieder die passende Antwort gehabt, doch eine Hereingabe von Xanthopoulos schob Sulejmani aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Im Gegenzug erhöhte Beuel auf 3:1. Nachdem man hinten nicht gut stand, war der Angreifer nur noch mit einem Foul im Sechzehner zu stoppen. Den fälligen Strafstoß konnte Jochen Sehl sogar parieren, doch im Nachschuss versenkte der Schütze dann, dem der Ball wieder vor den Füßen gelandet war. Kurz vor dem Pausenpfiff musste man dann auch das zweite Mal verletzungsbedingt wechseln, als es für Andre Altenfeld mit einer Platzwunde nicht mehr weiter ging.

Nach dem Seitenwechsel wollte man dann nochmal Druck aufbauen, um das Ruder wieder rumzureißen. Doch zunächst bekam man die kalte Dusche. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff konnte man einen Angreifer nicht konsequent stören, der das Spielgerät aus 18 Metern unten links versenkte. Doch im direkten Gegenzug stellte man den alten Abstand wieder her. Der eingewechselte Sebastian Kossack vernaschte auf der Außenbahn seinen Gegenspieler und fand in der Mitte den ebenfalls eingewechselten Hasan Eryigit, der das Leder über die Linie drückte. Was nun folgen sollte, war kaum noch zu begreifen und ließ jeden SCU Anhänger zur Verzweiflung bringen. Es folgte ein einziger Sturmlauf, doch eine Riesenchance nach der anderen wurde hier liegen gelassen. Hätte man alle diese Chancen genutzt, hätte man die Partie nicht nur gedreht, sondern sogar zweistellig gestaltet. Unmittelbar nach dem 4:2 war Gentrit Sulejmani auf den Beueler Keeper zugelaufen und hatte das Leder knapp am Tor vorbeigeschoben. Wenig später legte Sulejmani aber wunderschön vor für Hasan Eryigit, der mit seinem Schuss nur an der Latte scheiterte. Dann erzielte der SCU sogar den Anschluss, doch der Treffer wurde aberkannt, weil Torschütze Luis Eck zuvor "Lass" gerufen hatte. Es war heute wirklich alles dabei. Es folgte noch ein vermeintliches Abseitstor von Sebastian Kossack, ein knapper Schuss von Chris Xanthopoulos, sowie eine gute Gelegenheit durch Gentrit Sulejmani, der das Leder aus halblinks über die Latte schoss. Zwischendrin hatte man noch weitere, kleinere Gelegenheiten, die hier aber den Rahmen sprengen würden. Der Ball sollte nicht mehr rein gehen. In der Schlussphase ließ der Gastgeber dann noch die eine oder andere Kontergelegenheit ungenutzt, sodass es beim 4:2 blieb. Das Abstiegsduell also verloren und somit erstmals auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Da spielt man eigentlich eine unglaublich starke zweite Halbzeit, doch wenn man so fahrlässig mit seinen Chancen umgeht und obendrein dann hinten so leicht Gegentore verschenkt, dann muss man sich nicht wundern, dass selbst so ein talentiertes Team sich plötzlich im Abstiegskampf wiederfindet. Diese einfachen Fehler muss man dringend abstellen, sonst macht man sich das Leben selbst immer wieder zu schwer. Dabei kommt nun der nächsten Gegner zur Unzeit. Erstmals auf einem Abstiegsplatz empfängt man wahrscheinlich die Übermannschaft der Liga, den Tabellenführer Bad Honnef. Es hätte also eigentlich kaum schlimmer kommen können. Eigentlich. Denn gerade gegen die anderen Spitzenteams aus Mondorf und Spich hatte man die besten Saisonleistungen gezeigt und gegen Bad Honnef hat man wahrlich nichts zu verlieren. Vielleicht ist ja wieder eine Überraschung drin.